So wie jeder andere Deutsche im Ausland, bin auch ich ein Botschafter unsere Kultur. Das ist eine Ehre und Verpflichtung zugleich. Dieses Wochenende war es an der Zeit, dem gerecht zu werden. Ich möchte gleich zu Anfang festhalten, dass all das nicht meine Idee war, sondern die von jemand anderem. Jegliche Verantwortung für die Ereignisse wird von mir also abgelehnt.
Unser interkulturelles Event war, dem CrossFit Team deutsche Trinkkultur näher zu bringen. Daher haben wir das erste Flunkyball-Turnier im Lehigh Valley "organisiert". Wem das jetzt nichts sagt, hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=hRtEreVk18Y
Ich zitiere: "Es ist Trinken und Sport gemischt.... es ist kein sinnloses Besaufen"
Im Prinzip geht es darum, eine Flasche mit einem Ball zu treffen und dann so schnell wie möglich sein Bier auszutrinken. Hier ergaben sich schon die ersten interkulturellen Differenzen. Aus amerikanischer Sicht muss es das Ziel bei einer Trinkkspiel sein, dass die anderen Trinken. Das Konzept, einfach nur selbst möglichst schnell zu trinken, war ihnen völlig fremd. Aber ich glaube, das Spiel ist trotzdem sehr gut angekommen. Auf jeden Fall wurde auch fleißig gespielt, als der andere deutsche Kulturbotschafter und ich mal Pausen gemacht haben, die zumindest für mich bitter nötig waren. Mein Frühstück bestand nämlich im Prinzip aus den ersten drei Runden Flunkyball, bevor ich zum Ausgleich ganz viel Guacamole zu mir genommen habe.
Als weiteres Highlight der deutschen Kultur habe ich noch Looping Louie mitgebracht. Hier ist ja alles beliebt, was man mit Kurzen machen kann.
CrossFit wäre aber natürlich nicht CrossFit, wenn wir das ganze nicht noch mit einer weiteren sportlichen Aktivität (die Betonung liegt hier ganz klar auf "weiteren") abgerundet hätten. 10 Runden auf der Rudermaschine, bei denen das Ziel jeweils war, genau 100 Meter zu Rudern. Für jeden Meter mehr oder weniger gab es Strafpunkte, für die man Burpees machen musste. (Link) Da in einer Runde mein Entfernungsmesser ausgefallen ist, stand ich da nicht besonders gut da. Daher habe ich heute auch vor allem Muskelkater und nicht Kater.
Die Mischung aus allen drei Aktivitäten wurde von unterschiedlichen Personen unterschiedlich gut aufgenommen. Wahrscheinlich war es auch das erste Mal, dass sich jemand in der CrossFit-Halle übergeben hat. Ich persönlich würde das aber auch auf die Getränkeauswahl schieben. Alkoholhaltiges Root-Bier mit Whisky gemischt (Zitat: "Das nimmt die Süße"). Ich wäre geneigt gewesen zu sagen, dass ich noch nie etwas so ekelhaftes getrunken habe, jedoch hat sich unser Trainer entschieden, bei der letzten Flunkyball-Runde die Deutschen zu testen, und mir ein "Mad Elf" untergejubelt. Das ist ein 11%tiges Bier und schmeckte einfach widerlich, weshalb ich es auch kaum runter bekommen habe... weshalb wir natürlich die Runde verloren haben. Ich habe die Flasche am Ende geleert, ohne die zweite Person zu werden, die sich in der Halle übergibt... das stand aber auf Messers Spitze.
Da erwachsene Menschen vernünftig sind, haben wir es dann auch nicht dabei belassen, sondern haben uns nach den 6 Stunden in der Halle noch abends in der Stadt getroffen. Man kann sich vorstellen, dass das nicht ganz glatt lief. Da ich nur eine Telefonnummer hatte und diese Person ohne Empfang war bin ich durch Bethlehem geirrt, bis ich zumindest einen Teil der Gruppe gefunden habe. Die wussten aber auch nicht, wo der andere Teil war. Ein würdiger Abschluss.
Ich bin mir jetzt aber auch nicht sicher, ob der interkulturelle Austausch zu etwas geführt hat...

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